Kurz nachgefragt: Ella Lagé über Divestment für den Klimaschutz

Aus Geld wächst Grünes

Derzeit wird im Rahmen der Weltklimakonferenz (COP23) in Bonn wieder deutlich, dass für den Klimaschutz noch eine Menge getan werden muss. Alle Menschen sind gefragt, die Gesellschaft nachhaltig zu gestalten. Im Alltag kann jede Einzelperson Dinge hinterfragen und ggf. besser machen. Ein Beispiel ist Divestment, also der Abzug bzw. der Verzicht von Investitionen in Unternehmen, die Aktivitäten mit fossilen Brennstoffen unterstützen. Was das bedeutet, erklärt Divestment-Expertin Ella Lagé im Interview.

Inwieweit unterstützt Divestment das Erreichen des Klimaziels, den CO²-Ausstoß zu verringern?
„Die öffentliche Hand macht sich durch Divestment unabhängig vom finanziellen Erfolg der fossilen Brennstoffindustrie. Das ist eine Voraussetzung, um die notwendige Regulierung einleiten zu können. Außerdem kann die Diskussion über Divestment das Thema in der Politik auf die Tagesordnung setzen und den Gesetzgeber ermutigen, Zäsuren vorzunehmen, weil dass ein wachsender Teil der Bürger wünscht.“

Warum ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen am Klimaschutz beteiligen?
„Weil ihre und meine Enkel sonst nicht das Leben haben können, das ich ihnen wünsche. So geht es vielen anderen Menschen in vom Klimawandel betroffenen Regionen heute schon.“

Welche Wege gibt es für Bürgerinnen und Bürger, die Divestment-Bewegung zu unterstützen?
„JedeR, der oder die finanzielle Rücklagen hat, kann und sollte hinterfragen, was mit diesem Geld gemacht wird. Das betrifft die eigene Bank und Aktiendepots, aber eben auch Lebensversicherung und private Rentenversicherung. Manches ist relativ einfach zu ändern (Bank, Aktien). Bei langfristig angelegtem Geld empfehle ich, mit dem Finanzdienstleister Kontakt aufzunehmen, um herauszufinden, wie das Geld angelegt ist. Es ist in jedem Fall ein guter Anfang, dort eine Forderung nach fossil-freier Anlage des eigenen Geldes aufzustellen, auch wenn das nicht direkt zum Erfolg führt.“

Je mehr Kunden ein Umdenken fordern, umso besser!

„Finanzdienstleister müssen für das Thema sensibilisiert werden – je mehr Kunden ein Umdenken fordern, umso besser. Von Vorteil ist, dass beispielsweise private Rentenversicherungen es überhaupt nicht gewohnt sind, von ihren Kunden zu hören. So ein Brief landet unter Umständen direkt auf dem Tisch der Geschäftsleitung. Das ist ein guter Anfang.“


Ella Lagé engagiert sich mit dem Verein „Divest Now!“ für klimafreundliche Renten, d.h. Mitglieder von Versorgungswerke erhalten die Möglichkeit, organisiert eine klimafreundliche Anlagestrategie für ihre Altersrücklagen einzufordern.

Mehr Informationen
http://was-macht-mein-geld.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s