Warum “Schwarmzeit”?

Die Demokratie braucht eine Schwarmzeit
Die Schwarmzeit ist bei den Bienen die aktivste Zeit im Jahr.
Bienen verlassen täglich mit Mut und Tatendrang den Bienenstand, um Nektar zu sammeln. Dabei verbreiten sie Pollen und erhalten so die Vielfalt der Pflanzen. Das sichert Käfern, Insekten und auch uns Menschen die Nahrung, denn ein Großteil der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen-, Garten- und Obstbau hängt von der Bestäubung durch die Bienen ab. Das Engagement der Bienen sorgt also für ein ökologisches Gleichgewicht zwischen Natur, Tier und Mensch.

Für mich ist das ein bisschen wie mit der Demokratie. Eine Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie lebt durch eine vielfältige Gesellschaft, in der jede*r teilhaben und sich aktiv einbringen kann.
Um die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen, müssen mehr Menschen gehört werden und Einfluss auf ihre Lebenswirklichkeit nehmen können. Die Demokratie braucht eine Schwarmzeit, damit sich der sozial-ökologische Wandel gerecht und nachhaltig gestaltet.

Die Autorin

Wie wir die Gesellschaft aktiv mitgestalten können
Die öffentliche Diskussion ist oft von negativen Nachrichten und Empörung geprägt. In den letzten Jahren habe ich häufiger von Menschen in meinem Umfeld gehört: „Ich möchte, dass sich etwas ändert. Aber was kann ich schon tun?“
Es gibt viele Möglichkeiten und Wege sich politisch zu engagieren – in Parteien oder NGOs, mittels Kampagnen oder Bürgerbegehren, vor Ort oder digital. Bei Schwarmzeit möchte ich den Blick auf die konstruktiven Ansätze richten und die Menschen und Projekte vorstellen, die unsere Demokratie stärken.
Dabei geht es vor allem um das WIE. WIE bringen engagierte Menschen ihre Herzensthemen voran? Welche Mittel und Wege nutzen sie, um die Gesellschaft in ihrem Sinne zu gestalten? Denn so erfahren wir nicht nur was andere machen, sondern auch wie wir selbst aktiv werden können.

Was ich bei meinem Engagement gelernt habe
Nirgends habe ich so viel über unsere Gesellschaft gelernt und so viele inspirierende Menschen getroffen, wie bei meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Bereits in meiner Generation fühlten wir uns als Jugendliche nicht gehört und fremdbestimmt. Daher habe ich mit Freund*innen eine Schülerzeitung und das unkommerzielle Brandenburger Jugendmagazin (später Blognetzwerk) freisein gegründet. Wir haben uns selbst eine Plattform geschaffen, eine Stimme gegeben. Es ist mir weiterhin wichtig, die Vielfalt der Gesellschaft sichtbar zu machen und die Teilhabe für alle zu ermöglichen.

Bei Demokratie in Bewegung (DiB) habe ich den Mehrwert, aber auch die Herausforderungen der digitalen Parteiarbeit miterlebt. Bei allen Kontroversen, die innerhalb einer Organisation und in den politischen Diskursen aufkommen, ist entscheidend wie wir miteinander reden und arbeiten. Ich möchte den Menschen wohlwollend, empathisch und wertschätzend begegnen. Ein Dialog ist sehr viel angenehmer und ergiebiger für alle Beteiligten, wenn wir wertfrei zuhören, gegenseitiges Verständnis aufbringen und auch andere Perspektiven zulassen.

Aktuell engagiere ich mich bei der Initiative Klimaneustart, die sich für einen Klima-Bürger*innenrat in Berlin einsetzt. Das Wissen und der Aktivismus aller Mitstreiter*innen ist beeindruckend und ansteckend. Und vielleicht kann Schwarmzeit diesen Tatendrang aus verschiedenen Projekten und Kampagnen transportieren und dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden.